Haus der Löcher

 

Es geht um Sex? Von der ersten bis zur letzten Zeile. Ist das Pornographie? Ja, keine Frage. Dazu muss man nur ein paar Seiten dieses Romans lesen. Das bestätigt auch Nicholson Baker im Gespräch mit dem Deutschlandradio Kultur freimütig: «Ich hatte noch nie so viel Spaß beim Schreiben eines Buches. Es ist sehr schmutzig, sehr ironisch, es ist sexuell erregend. Man träumt verrückte Sachen. (…) Jeder kennt Augenblicke oder regelmäßig wiederkehrende Zeiten mit wilden sexuellen Gedanken. Warum soll man sich ihnen nicht überlassen?»
Erregung durch Sprache, Verführung durch Worte, darin ist er ein Meister. Nach Vox und Die Fermate beendet Baker mit Haus der Löcher, einer wahren «Porno-Supernova» (Georg Diez, Der Spiegel)nun seinen großen erotischen Dreiklang. Lassen wir uns verführen von Nicholson Baker, «dem brillantesten Stilisten in englischer Prosa seit Vladimir Nabokov» (Welt am Sonntag)!

Süddeutsche Zeitung:
«Der rührendste, lustigste und schönste Aspekt dieser originellen Pornoparodie ist jedoch ihre Kindlichkeit, die kindliche Lust am Blödsinn. (...) Eine köstliche Zumutung.»
Der Spiegel: «Nicholson Bakers wahre Kunst ist es, mit den Augen eines großen Jungen auf eine Welt zu schauen, die er sich staunend neu erschließt. (...) Haus der Löcher ist ein mit fast anarchischem Trotz und kindlicher Freude hingeworfenes Pamphelt für die Freiheit.»

«Grotesk-fantastische Nummernrevue sexueller Spielarten»

Wer kann schon über Sex schreiben (außer Nicholson Baker)? Dabei sieht der hoch gewachsene 54-Jährige mit seinen roten Wangen und dem üppigen weißen Bart nicht eben wie einer aus, der alle Tabugrenzen hinter sich gelassen hat. Eher wie der Typ Märchenonkel oder Pilgervater. Sogar eine ausgesprochen glückliche Ehe mit der Künstlerin Margaret Brentano scheint der Mann zu führen! Und – man höre und staune – er lebt nicht im sündigen San Francisco, der Hochburg alles Lasziven, sondern im ebenso schönen wie leicht langweiligen US-Bundesstaat Maine! Und nun das: 317 Seiten Variationen über das EINE: phantasievoll, lustig, grenzenlos sprachverliebt!

Und so fängt das Ganze an – mit einem herumliegenden Arm: Bei einer Exkursion mit ihrem Geologiekurs entdeckt Shandee in einem Steinbruch mit dem hübschen Namen «Fels des Heils» eine Hand. Eine Hand samt Unterarm, «um dessen Ende war ein sauber abgerissenes Stück Stoff gewickelt, das wohl am Rest des Armes gehangen hatte. Auf dem Stoff war kein Blut. Shandee zog die Hand heraus und befühlte sie. Sie war warm, die Finger bewegten sich ein wenig.»

Das könnte ein 08/15-Anfang für einen Thriller sein. Haus der Löcher ist aber kein Thriller, sondern ein Sexbuch. Kaum zu Hause, verliebt sich Shandee prompt in Daves Arm (als solcher firmiert das Fundstück); der spricht zwar nicht, schreibt aber. Und nicht nur das, Daves Hand weiß, was Frauen erregt. Shandees Freundin ist so begeistert von den kundigen Berührungen, dass sie sich gleich ins Haus der Löcher, in diesen Vergnügungspark der Lüste, saugen lässt: durch ein von Daves Fingern gebildetes O. (Weshalb der Arm so ganz ohne den Rest von Dave durch die Welt flottiert, verraten wir ganz am Schluss!)

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